Manchmal schaut die Hildegard auch zu Hause AGGRO

Man stelle sich vor, die Hildegard eilt von der Schule nach Hause und will ihre Lieben mit einer schönen Mehlspeise erfreuen. Das passt besonders gut, weil sie noch ein paar Eier hat, die weg müssen. Sie kündigt also an, dass es Struwen mit Vanillesoße geben wird. Voller Elan beginnt sie mit dem Teig. Alles lässt sich wunderbar an. Bis das Mehl zugegeben werden muss. Es reicht nicht. Die Hildegard ist nicht dumm und denkt: Dann nehm ich eben Speisestärke, müsste noch reichen, was ich da im Vorratsgefäß sehe. Reicht aber auch nicht. Nimmt sie halt Grieß. Der reicht.

Nebenbei sucht sie nach dem Päckchen mit der Vanillesoße. Bis sie feststellt, dass da gar keines mehr ist. Dafür aber eine schöne dicke Vanilleschote. Macht sie eben echte Vanillesoße. Ist richtig stolz, dass sie eine so gute Hausfrau ist. Schabt Vanillemark, greift sich die Milch, greift sich die … Halt, die Eier stecken ja im Struwenteig. Sind wirklich keine mehr da. Sind ja extra alle verwertet worden. Verflixt!

Ruft sie eben die Nachbarin an. Ja, die hat Eier. Sogar die richtige Anzahl. Stapft Hildegard eben mit ihren Hausschuhen durch den Schnee und jongliert mit rohen Eiern. Klappt sogar.

Ganz schnell rührt sie die Vanillesoße aus dem echten Vanillemark an und fängt gleichzeitig mit dem Struwenbacken an. Leider ist der Mehl-Stärke-Grieß-Teig viel zu flüssig, leider liest sie erst nach dem Anrühren der Vanillesoße, dass die Reihenfolge der Zugaben eine ganz andere hätte sein sollen.

Da schaut sie einen Moment lang ziemlich AGGRO und möchte die Sachen am liebsten an die Wand klatschen.

(Sie tut es nicht. Und dann beim Essen stellen alle einhellig fest: Die Struwen sind flacher, aber besser als je zuvor, und die Vanillesoße, die falsch angerührte, ist so köstlich, dass man schnurren möchte. Wunder gibt es immer wieder …)

2 Gedanken zu “Manchmal schaut die Hildegard auch zu Hause AGGRO

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